26 April 2026, 12:19

Neue Tankstellen-Regel treibt Spritpreise in Deutschland nach oben – Autofahrer zahlen drauf

Diagramm, das den primären Energieverbrauch nach Brennstoffart von 1980 bis 2040 zeigt, in vier Abschnitte unterteilt mit prozentualer Aufschlüsselung.

Neue Tankstellen-Regel treibt Spritpreise in Deutschland nach oben – Autofahrer zahlen drauf

Neue Regel erlaubt Tankstellen alle zwölf Stunden Preiserhöhungen – Sprit wird teurer als in Nachbarländern

Eine neue Vorschrift, die deutschen Tankstellen erlaubt, die Spritpreise alle zwölf Stunden anzupassen, hat der Mineralölindustrie höhere Gewinne beschert. Seit ihrer Einführung am 1. April sind die Benzinkosten stärker gestiegen als in anderen EU-Nachbarländern. Erste Daten deuten darauf hin, dass die Regelung den Verkäufern zugutekommt – auf Kosten der Autofahrer.

Kritiker hatten im Vorfeld gewarnt, die Reform werde Tankstellen dazu verleiten, die Preise präventiv zu erhöhen. Diese Bedenken scheinen sich zu bestätigen: Eine Auswertung der Daten des Markttransparenzstellen für Kraftstoffe (MTS-K) zeigt einen deutlichen Anstieg der Gewinnmargen. Forscher verglichen die Netto-Verkaufspreise mit den Großhandelstarifen am Handelsplatz Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen (ARA), um die Auswirkungen zu messen.

In den ersten beiden Wochen nach Inkrafttreten der Regel stieg die Marge bei Superbenzin im Schnitt um sechs Cent pro Liter. Besonders ausgeprägt war der Anstieg in Süddeutschland, wo höhere Einkommen und regionale Unterschiede in der Lieferkette den Effekt verstärkten. Kleine Tankstellenketten und unabhängige Betreiber verzeichneten die stärksten Margensteigerungen, während große Marken nur moderate Veränderungen aufwiesen.

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Bei Dieselpreisen zeigte sich hingegen kaum eine Veränderung. Anders als bei Benzin gab es bei den Gewinnspannen für Diesel keinen klaren Trend – ein Hinweis darauf, dass die Wirkung der neuen Regel je nach Kraftstofftyp variiert.

Die Erkenntnisse bestätigen, dass die Zwölf-Stunden-Preisregel den Tankstellen mehr Spielraum verschafft, ihre Einnahmen zu steigern. Da vor allem kleinere Betreiber profitieren, könnte die Reform die Preisdifferenzen zwischen den Regionen weiter vergrößern. Bisher bleibt Diesel zwar unberührt – doch Fahrer von Benzinfahrzeugen zahlen an der Zapfsäule bereits mehr.

Quelle