15 April 2026, 00:22

NDR kämpft um zensierte ARD-Sendung im Fall Julian Reichelt

Schwarzes und weißes Zeichnung eines überfüllten Gerichtssaals mit Menschen, die stehen und auf dem Boden sitzen, betitelt 'Der Prozess der britischen Armee in London, England.'

NDR kämpft um zensierte ARD-Sendung im Fall Julian Reichelt

Der Rechtsstreit um den ehemaligen Bild-Chefredakteur Julian Reichelt zieht sich bereits seit Jahren hin – eine endgültige Entscheidung wird frühestens 2026 erwartet. Ausgelöst wurde der Fall 2022, nachdem Der Spiegel Vorwürfe gegen ihn veröffentlicht hatte. Nun geht der öffentlich-rechtliche Sender NDR rechtlich gegen frühere Urteile vor.

Im Mittelpunkt des Konflikts steht ein ARD-Beitrag aus dem Jahr 2023, in dem Reichelt vorgeworfen wurde, Frauen zu sexuellen Beziehungen gedrängt zu haben. Die Sendung ist inzwischen nicht mehr abrufbar, doch der NDR treibt seine Berufung voran, um zensierte Passagen des Beitrags wiederherzustellen.

Die Kontroverse begann, als Der Spiegel 2022 erstmals über Reichelt berichtete. Ein Jahr später strahlte die ARD-Sendung Reschke Fernsehen eine ausführliche Recherche aus, woraufhin Reichelt eine einstweilige Verfügung erwirkte. Das Landgericht Hamburg gab ihm später recht und verfügte die Schwärzung von Teilen des Beitrags.

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Die ursprüngliche ARD-Sendung ist mittlerweile nicht mehr verfügbar, da die gesetzliche Aufbewahrungsfrist abgelaufen ist. Dennoch treibt der NDR das Verfahren in ein vollständiges Hauptverfahren vor. Der Sender plant, Zeugen zu laden, darunter eine Frau, die behauptet, Reichelt habe sie zu einer sexuellen Beziehung genötigt.

Reichelt bestreitet die Vorwürfe seit jeher. Er bezeichnet sich selbst als Opfer einer koordinierten politischen Kampagne. Gleichzeitig sollen einige der Frauen, die sich geäußert haben, berufliche Konsequenzen erlebt haben.

Das deutsche Justizsystem ist für seine langen Verfahrensdauern bekannt, insbesondere in Presserechtsfällen. Da der NDR seinen juristischen Widerstand fortsetzt, ist vor 2026 mit keinem endgültigen Urteil zu rechnen.

Der Fall bleibt ungelöst, während der NDR entschlossen ist, die Zensur seiner Berichterstattung aufzuheben. Die Entscheidung wird von Zeugenaussagen und weiteren Gerichtsverhandlungen abhängen. Bis dahin bleibt die ursprüngliche ARD-Sendung offline, und die betroffenen Frauen müssen weiterhin mit den Folgen ihrer Aussagen leben.

Quelle