16 March 2026, 02:14

Lieferkettenplanung scheitert oft an mangelnder Zusammenarbeit zwischen Abteilungen

Ein aufgeschlagenes Buch auf einer flachen Oberfläche, das ein Diagramm der Versorgungsströme in der American Expeditionary Forces zeigt, begleitet von Text und anderen Diagrammen zur Supply Chain.

Lieferkettenplanung scheitert oft an mangelnder Zusammenarbeit zwischen Abteilungen

Eine neue Studie der Unternehmensberatung Camelot Management Consultants deckt erhebliche Defizite bei der globalen Lieferkettenplanung in Unternehmen auf. Die unter dem Titel IBP-Radar 2020 veröffentlichte Untersuchung befragte Fachleute aus der chemischen Industrie, der Pharmazie, der Konsumgüterbranche und dem verarbeitenden Gewerbe – allesamt Sektoren, die durch Störungen wie die Coronavirus-Pandemie unter wachsendem Druck stehen.

Die Ergebnisse zeigen: 80 Prozent der Führungskräfte halten Integrated Business Planning (IBP) für unverzichtbar, um flexible Lieferketten aufzubauen. Dennoch hat kein einziges der befragten Unternehmen den Ansatz vollständig umgesetzt. Stattdessen setzen über 70 Prozent nur grundlegende Versionen ein und lassen so entscheidende Verbesserungspotenziale ungenutzt.

Ziel von IBP ist es, Vertrieb, Finanzen und Lieferkettenplanung in einem System zu verzahnen und die Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen zu fördern. Doch das größte Hindernis bleibt die mangelnde Erfahrung mit bereichsübergreifender Kooperation. Viele Unternehmen tun sich zudem schwer, ihre Finanzabteilungen einzubinden – zwei Drittel der Befragten gaben an, dass Finanzteams nur selten involviert sind.

Die Studie wirft auch grundsätzliche Probleme auf: Die meisten Unternehmen nennen Agilität und zuverlässige Lieferungen als ihre größten Herausforderungen in den kommenden drei Jahren. Angesichts globaler Störfaktoren wie dem Coronavirus-Ausbruch, die Schwachstellen offenlegen, wird der Bedarf an besserer Abstimmung immer deutlicher.

Camelot, eine in Mannheim ansässige Beratungsgesellschaft mit 1.800 Mitarbeitern weltweit, spezialisiert sich auf Wertschöpfungskettenmanagement für die Prozessindustrie, Konsumgüterhersteller und den Maschinenbau. Die aktuellen Erkenntnisse deuten darauf hin, dass Unternehmen zwar die Vorteile von IBP erkennen, die Umsetzung jedoch nach wie vor eine große Hürde darstellt.

Die Studie unterstreicht eine klare Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit: Zwar sehen Unternehmen in der integrierten Planung einen Schlüssel zur Stärkung ihrer Lieferketten, doch keines hat sie bisher vollständig eingeführt. Da globale Störungen anhalten, wird der Druck steigen, die Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen entscheidend zu verbessern.

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