Kulturschaffende kämpfen um Berlins kreative Seele vor der Wahl
Protestwelle durchzieht Berlins Kulturszene vor den anstehenden Wahlen
Die Initiative „Berlin ist Kultur“ hat eine Aktionswoche gestartet, um Kultur vor den bevorstehenden Wahlen ins Zentrum der politischen Debatte zu rücken. Aktivist:innen warnen, dass Kürzungen und unsichere Fördergelder die künstlerischen Einrichtungen der Stadt bedrohen.
Geplant ist, Berlin während der Wahlkampfsaison mit dem Slogan #deinstimmefürkultur zu fluten. Ziel ist es, Kandidat:innen unter Druck zu setzen, sich verbindlich für die Kulturförderung einzusetzen. Eine zentrale Forderung der „Berliner Erklärung“ ist, mindestens drei Prozent des Landeshaushalts für Kultur bereitzustellen – kombiniert mit verlässlichen, langfristigen Finanzierungsstrukturen.
Kultureinrichtungen und Verbände haben zudem „Wahl-Prüfsteine“ für die Bewerber:innen entwickelt. Dazu gehören Zusagen zur Stabilisierung von Kunstbildungsprogrammen und zum Schutz von Kulturorten. Einer der lautstärksten Kritiker ist Oliver Reese, Intendant des Berliner Ensembles. Er bezeichnet die jüngsten Kürzungen als falsch und erinnert daran, wie eine Theatererfahrung mit 14 sein Leben für immer prägte.
Weitere Stimmen melden sich zu Wort: Tom Streidel, Tischler am Maxim Gorki Theater, warnt, dass das Theater wegen ausstehender Mietzahlungen an die Opernstiftung zerschlagen werden könnte. Reese verweist zudem auf die drohende Schließung des Atelierhauses in der Wilsnacker Straße. Gabi Dan Droste, Leiterin des FELD Theaters, vergleicht dessen Lage mit der des Ikarus – nach dem Gewinn des Bundes-Theaterpreises durch Förderkürzungen abrupt gestoppt.
Die Botschaft der Kampagne ist klar: Kultur ist essenziell für Berlins Identität. Die Initiative argumentiert, dass der Schutz der Künste die Zukunft der Stadt sichert. Ob die Politik den Appell hört, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.






