Grüne in Rheinland-Pfalz wählen nach Wahldebakel doppelte Frauenführung
Moritz PetersGrüne in Rheinland-Pfalz wählen nach Wahldebakel doppelte Frauenführung
Die Grünen in Rheinland-Pfalz haben nach dem Verlust ihrer Regierungsbeteiligung eine neue Führung gewählt. Bei der Landtagswahl im März erreichte die Partei nur noch 7,9 Prozent der Stimmen und beendete damit 15 Jahre Koalitionsbeteiligung. Zwei Frauen übernehmen nun die Parteispitze – ein Bruch mit der bisherigen paritätischen Besetzung.
Auf dem Landesparteitag wählten die Delegierten Christin Sauer und Carolin Cloos zu den neuen Vorsitzenden. Sauer, seit 2019 Stadträtin in Mainz, setzte sich mit 63,37 Prozent der Stimmen klar durch. Die 33-Jährige hatte zuvor von Ende 2021 bis Anfang 2025 den Mainzer Kreisverband der Grünen geleitet. Cloos, die aus Worms stammt, erhielt 72,28 Prozent Zustimmung. Beide betonen, dass der Wiederaufbau von Vertrauen nur durch direkte Arbeit vor Ort gelingen könne.
Unterdessen wurde Katrin Eder zur Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Landtag gewählt. Die Partei wird in der neuen Legislaturperiode mit zehn Abgeordneten vertreten sein. Eder kündigte an, die Grünen würden trotz Oppositionsrolle die Landesregierung zum Handeln drängen. Die Ziele sind klar: Bis 2029 soll das Vertrauen auf kommunaler und Bundesebene zurückgewonnen werden, bis 2031 strebt die Partei eine ökologisch und sozial gerechte Regierungsbeteiligung an.
Mit der doppelten Frauenführung bricht die Partei bewusst mit ihrer bisherigen paritätischen Tradition. Mit zehn Landtagsabgeordneten will sie nun den Fokus auf Basisarbeit und politische Initiative legen. Langfristig bleibt das Ziel, bis zum nächsten Jahrzehnt wieder in die Regierung zurückzukehren.






