19 April 2026, 20:15

Girl Scout debütiert mit Brink: Ein Album zwischen Jugend und Erwachsenwerden

Eine Gruppe junger Mädchen in roten und weißen Uniformen marschiert mit musikalischen Instrumenten, mit einer Wand, Pflanzen, Bäumen und einem Gebäude im Hintergrund.

Girl Scout debütiert mit Brink: Ein Album zwischen Jugend und Erwachsenwerden

Stockholmer Trio Girl Scout veröffentlicht Debütalbum Brink – ein Werk zwischen roher Energie und rastloser Kreativität

Die aus Stockholm stammende Band Girl Scout hat mit Brink ihr Debütalbum veröffentlicht – eine Platte, die vor ungebändigter Energie und schöpferischer Unruhe nur so strotzt. Als "Bubblegrunge" beschrieben, vereint die 13 Tracks umfassende Sammlung schroffe Gitarrenklänge mit verspielt eingängigen Pop-Melodien. Hinter dem Projekt stehen Emma Jansson, Per Lindberg und Kevin Hamring – drei Musiker:innen, die sich während ihres Jazzstudiums kennenlernten, doch ihre gemeinsame Leidenschaft in den gitarrenlastigen Sounds der 80er- und 90er-Jahre fanden.

Der Albumtitel Brink (dt. Schwelle) spiegelt das zentrale Thema wider: die Unsicherheit, zwischen Jugend und Erwachsenwerden zu stehen. Sowohl Jansson als auch Hamring wuchsen als Expat-Kinder auf – eine Erfahrung, die den quarter-life-Ängsten des Albums zusätzliches Gewicht verleiht. Ihre gemeinsame Vergangenheit prägt den emotionalen Kern der Platte, eine beständige Unruhe, die selbst dann nachhallt, wenn sich Stimmung und Stil der Songs wandeln.

Die Band beweist auf dem Album beeindruckende Vielseitigkeit. Janssons Stimme wechseln mühelos zwischen tiefem Tenor und schwebendem Falsett, zwischen schneidenden Power-Noten und trockenem, bekenntnishaftem Vortrag. Stücke wie Ugly Things fangen diese Spannung mit präzisen, beunruhigenden Details ein. Same Kids hingegen interpretiert den Kaugummi-Pop der Teenager-Serien der 2010er neu – untermalt von schweren Gitarren und verzerrtem Bass.

Brink folgt keinem geraden Pfad. Die stärkste Phase des Albums beginnt mit Operator, einem seltsam mitreißenden Track, der eine herausragende Vier-Songs-Abfolge einleitet. Doch gegen Ende kehrt die Platte zu ihrem Anfang zurück, als suche die Band noch immer nach ihrer endgültigen Form.

Trotz der klanglichen Bandbreite hält ein Gefühl des Übergangs alles zusammen. Die Musik wirkt gefangen zwischen Nostalgie und Neuanfang, zwischen Chaos und Kontrolle.

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Mit Brink legt Girl Scout einen ehrgeizigen Auftakt vor – musikalisch weitläufig, doch mit scharfem emotionalem Fokus. Die rastlose Energie und ungeschönte Ehrlichkeit des Albums deuten auf eine Band hin, die keine Scheu hat, die Grenzen ihres Klangs auszuloten. Für Hörer:innen bietet es ein lebendiges Abbild jener Unsicherheit und Aufregung, die das Stehen an der Schwelle des Lebens mit sich bringt.

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