Franziska Erdle übernimmt ABDA-Führung und fordert radikale Apothekenreform-Korrekturen
Moritz FischerFranziska Erdle übernimmt ABDA-Führung und fordert radikale Apothekenreform-Korrekturen
Franziska Erdle hat die Leitung der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) als neue Hauptgeschäftsführerin übernommen. Ihre Ernennung leitet einen strategischen Wandel ein, der auf eine stärkere politische Interessenvertretung und interne Umstrukturierungen abzielt. Sie folgt auf ihren Vorgänger in einer Phase wachsender Besorgnis über die anhaltende Apothekenreform in Deutschland.
Erdle wechselt von der Wirtschaftsvereinigung Metalle (WVM), wo sie ebenfalls als Hauptgeschäftsführerin tätig war, zur ABDA. Ihr Führungsstil unterscheidet sich deutlich von dem ihres Vorgängers, insbesondere in der Zusammenarbeit mit politischen Entscheidungsträgern. Eine ihrer ersten Maßnahmen wird die Neuorganisation des ABDA-Sekretariats in 14 spezialisierte Einheiten sein – ein Prozess, der bis Mitte des Jahres abgeschlossen werden soll.
Deutlich hat sie bereits ihre Ablehnung der aktuellen Apothekenreform zum Ausdruck gebracht, die sie als Bedrohung für lokale Apotheken und die Patientenversorgung ansieht. Die Anfang 2026 eingeführte Reform konzentriert sich zwar auf Kostendämpfung und digitale Gesundheitsversorgung, hat jedoch Streitigkeiten über Arzneimittelpreise, die Finanzierung von Apotheken und die Balance zwischen Innovation und Bezahlbarkeit ausgelöst. Erdle strebt umfassende Nachbesserungen an, insbesondere bei der Preiskontrolle für neue Medikamente und der Verfügbarkeit von Generika.
Um den Einfluss der ABDA zu stärken, plant sie regelmäßige Gespräche mit Abgeordneten des Bundestags. Die Verbesserung der internen Kommunikation und die Integration von KI in die Arbeitsabläufe stehen ebenfalls ganz oben auf ihrer Agenda. Als stellvertretende Hauptgeschäftsführerin wird Claudia Korf sie unterstützen und sich vor allem um das Tagesgeschäft kümmern, während Erdle die politische Gegenoffensive anführt.
Die Umstrukturierung des ABDA-Sekretariats und Erdles proaktive Lobbyarbeit markieren eine neue Ausrichtung des Verbandes. Ihre Bemühungen, die Apothekenreform umzugestalten, könnten langfristige Auswirkungen darauf haben, wie lokale Apotheken arbeiten und wie Patienten Zugang zu Medikamenten erhalten. Die Veränderungen sollen bis Mitte 2026 vollständig greifen.






