EU lockert Methanverordnung nach massivem Industriedruck und US-Einfluss
Emma KrausEU lockert Methanverordnung nach massivem Industriedruck und US-Einfluss
Die Europäische Kommission hat die Umsetzung der Methanverordnung nach monatelangem Druck der Industrie gelockert. Die seit August 2024 geltenden Regeln verpflichten Unternehmen, Methanlecks entlang ihrer Lieferketten zu erfassen und zu reduzieren. Doch zentrale Sanktionen können nun unter bestimmten Bedingungen verschoben oder abgeschwächt werden.
Ursprünglich sah die Methanverordnung Geldstrafen, Gewinnabschöpfungen und öffentliche Verwarnungen für Unternehmen vor, die ihre Emissionsziele verfehlen. Nach der überarbeiteten Herangehensweise können Strafen nun gestreckt oder vorübergehend ausgesetzt werden. Zudem erlaubt die Kommission eine Verschiebung der Durchsetzung bis nach der Heizperiode, ohne jedoch zu definieren, was als Krise gilt oder eine Frist für Ausnahmen festzulegen.
Die Gaslobbyorganisation Eurogas hatte monatelang für eine Lockerung der Regeln gekämpft. Ihre Bemühungen erhielten Auftrieb, nachdem die deutsche Wirtschaftsministerin Katherina Reiche im März gewarnt hatte, eine strenge Umsetzung könnte die Gasversorgung gefährden. Gleichzeitig drängte die Regierung unter dem ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump die EU, die Verordnung abzuschaffen oder abzuschwächen, mit der Begründung, sie benachteilige US-amerikanische Energieexporteure.
Die Änderungen stoßen auf Kritik. Die grüne Europaabgeordnete Jutta Paulus verurteilte den Schritt als ein „katastrophales Signal“, insbesondere als Reaktion auf den Druck aus den USA. Die Verordnung schreibt US-Unternehmen weiterhin vor, Methanlecks bei der Förderung zu reduzieren, wenn sie Gas in Europa verkaufen wollen.
Die überarbeitete Durchsetzung bedeutet, dass Unternehmen bei Nichteinhaltung ein geringeres unmittelbares finanzielles Risiko tragen. Verzögerungen bei Sanktionen und flexible Zahlungsoptionen verringern die kurzfristige Wirkung der Verordnung. Dennoch bleibt die Kernforderung bestehen: Methanemissionen müssen gemessen und reduziert werden.






