EU führt digitale Identitäts-Brieftasche ein – doch Sicherheitslücken sorgen für Kritik
Emma KrausEU führt digitale Identitäts-Brieftasche ein – doch Sicherheitslücken sorgen für Kritik
Die EU treibt ihre Pläne für digitale Identitäten voran und setzt sich gleichzeitig für strengere Chat-Überwachungsmaßnahmen ein. Ab Januar soll die neue EU-Digital-Identitäts-Brieftasche eingeführt werden, die sichere Identitätsprüfungen und Dokumentenverwaltung ermöglicht. Gleichzeitig werden im kommenden Monat die Verhandlungen über dauerhafte Chatkontroll-Regelungen wiederaufgenommen.
Mit der EU-Digital-Identitäts-Brieftasche können Bürger ihre Identität verifizieren, offizielle Dokumente verwalten und persönliche Daten steuern. Das System basiert auf dem bestehenden deutschen eID-Verfahren und wird in allen Mitgliedstaaten nach einheitlichen technischen Standards eingeführt. Die Bundesdruckerei entwickelt die notwendige Backend-Infrastruktur, um die Personenidentifikationsdaten für das Projekt auszugeben.
Ein Altersverifikationssystem wird integriert, sodass Nutzer ihr Alter für Online- und Offline-Dienste bestätigen können. Doch bereits jetzt gibt es Sicherheitsbedenken: Kurz nach der Vorstellung durch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen wurde eine erste Version der Altersprüfungs-App von IT-Experten geknackt.
Parallel dazu verfolgt die EU weiterhin ihre Pläne zur Chatkontrolle. Der rechtliche Rahmen für die freiwillige Chat-Überwachung durch Tech-Unternehmen lief im April aus. Die Verhandlungen über dauerhafte Regelungen sollen im Juni wiederaufgenommen werden – mit Vorschlägen wie Client-Side-Scanning, um Verschlüsselung zu umgehen.
Die EU-Digital-Identitäts-Brieftasche wird im Januar mit einheitlichen Standards in allen Mitgliedstaaten starten. Ihr Erfolg hängt von robuster Sicherheit und breiter Akzeptanz ab. Der gleichzeitige Vorstoß für Chatkontrollen zeigt das Bestreben der EU, digitale Kommunikation innerhalb des Blocks stärker zu regulieren.






