Elektronische Patientenakte startet mit massiven Problemen und Ärzteprotesten
Moritz PetersElektronische Patientenakte startet mit massiven Problemen und Ärzteprotesten
Teaser: Die neue elektronische Patientenakte (ePA) startet holprig. Während es von Versicherten kaum Widerspruch gibt, bleibt das Interesse gering. Die Ärzteschaft übt weiterhin scharfe Kritik.
2. Oktober 2025, 12:04 Uhr
Die Einführung der neuen elektronischen Patientenakte (ePA) in Deutschland verläuft alles andere als reibungslos. Zwar erfüllen die meisten Arztpraxen die technischen Voraussetzungen, doch die Probleme sind flächendeckend. Ärzte und Krankenhäuser melden weiterhin Schwierigkeiten, während das System schrittweise ausgerollt wird.
Seit Mittwoch sind Gesundheitsdienstleister gesetzlich verpflichtet, die ePA mit Patientendaten zu aktualisieren. Doch nur 7,5 Prozent der Praxen und 2,4 Prozent der Kliniken können das System ohne Komplikationen nutzen. Zwar verfügen schätzungsweise 80 bis 90 Prozent der Praxen über die notwendige Technik – ein reibungsloser Betrieb bleibt jedoch die Ausnahme.
Die Krankenhäuser hinken noch weiter hinterher: Der gesamte Sektor ist bisher nicht an die ePA angebunden. Viele Ärzte äußern Bedenken hinsichtlich Datensicherheit und Patientengeheimnis. Wer seine Praxis bereits digitalisiert hat, riskiert nun finanzielle Strafen, falls die Umsetzung der ePA nicht korrekt erfolgt.
Das Interesse der Patienten an der ePA hält sich trotz geringer Vorbehalte in Grenzen. Zwar verfügt der Großteil der Versicherten offenbar über eine elektronische Akte, doch nur etwa 4,3 Prozent haben sich aktiv dagegen entschieden. Die Ärzteschaft hingegen kritisiert die Mängel des Systems weiterhin vehement.
Der holprige Start der ePA offenbart anhaltende technische und operative Herausforderungen. Mit der nun geltenden Pflicht zur Dateneingabe stehen Ärzte und Krankenhäuser unter Zugzwang, die Probleme zügig zu lösen. Gleichzeitig bleiben Sorgen um Sicherheit und Benutzerfreundlichkeit bei den Leistungserbringern bestehen.






