Digitales Apothekenprogramm wächst rasant – doch viele kämpfen mit Verlusten
Theo KönigDigitales Apothekenprogramm wächst rasant – doch viele kämpfen mit Verlusten
Deutschlands digitales Apothekendienstleistungsprogramm (pDL) verzeichnet seit seinem Start im Jahr 2015 ein rasantes Wachstum. Die Zahl der erbrachten Leistungen stieg von 1,2 Millionen im Jahr 2015 auf über 120 Millionen bis Ende 2025. Doch trotz dieser Ausweitung kämpfen viele Apotheken damit, mit dem Programm Gewinne zu erzielen.
Das pDL-Programm wurde eingeführt, um digitale Gesundheitsdienstleistungen anzubieten – darunter Risikobewertungen bei Bluthochdruck. Für diese Untersuchungen erhalten Apotheken derzeit eine Pauschale von 11,20 Euro pro Leistung. Allerdings schafft es nur etwa ein Drittel der Apotheken, damit schwarze Zahlen zu schreiben, während mehr als die Hälfte Verluste verzeichnet.
Praktische Hürden erschweren die Umsetzung der Dienstleistungen zusätzlich. Personalmangel, hoher Verwaltungsaufwand und beengte räumliche Verhältnisse sorgen für operative Probleme. Spannungen zwischen den Gesundheitsberufen verschärfen die Herausforderungen weiter.
Der Deutsche Apothekerverband (DAV) fordert höhere Vergütungen, um die langfristige Tragfähigkeit der pDL-Leistungen bundesweit zu sichern. Die Freie Apothekerschaft (FA) argumentiert hingegen, dass Apotheken zwar über das nötige Fachwissen verfügen, die aktuelle Finanzierung die Kosten jedoch oft nicht deckt. 537 Millionen Euro, die für das pDL-Programm bereitgestellt wurden, bleiben aufgrund geringer Inanspruchnahme ungenutzt – ein deutlicher Beleg für die Kluft zwischen Potenzial und Realität.
Politik und Entscheidungsträger stehen nun unter Druck, die Struktur und Finanzierung des Programms anzupassen. Ohne Reformen könnte die Zukunftsfähigkeit der pDL-Leistungen auf dem Spiel stehen.
Zwar hat sich das pDL-Programm stark ausgeweitet, doch finanziellen und betrieblichen Hindernisse bestehen fort. Anpassungen bei der Vergütung und der Dienstleistungserbringung könnten notwendig sein, um seine Zukunft zu sichern. Andernfalls drohen vielen Apotheken weiterhin Verluste bei essenziellen Gesundheitschecks.