04 April 2026, 14:18

Deutschland prüft Schiffsabschiebungen nach Syrien – eine neue Ära der Rückführungspolitik?

Plakat mit einer Syrien-Karte, die die Anzahl der Menschen zeigt, die aufgrund von Gewalt innervertrieben sind, einschließlich begleitendem Text und Diagrammen.

Deutschland prüft Schiffsabschiebungen nach Syrien – eine neue Ära der Rückführungspolitik?

Die deutsche Abschiebepolitik gegenüber Syrien steht erneut in der Diskussion, da Behörden alternative Methoden für Rückführungen prüfen. Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) fordert eine klare Haltung und argumentiert, dass die Drohung mit Abschiebungen freiwillige Rückkehren fördere. Seit Ende 2024 haben rund 1.200 Menschen Syrien entweder zwangsweise verlassen oder sich zur freiwilligen Ausreise entschieden – vor allem aus Nordrhein-Westfalen und Bayern.

Die Bundesregierung hatte im November 2024, nach dem Sturz des Regimes von Baschar al-Assad, mit Rückführungen nach Syrien begonnen. Bis März 2026 wurden etwa 1.200 Personen abgeschoben oder zur freiwilligen Rückkehr bewegt. Die meisten Fälle stammten aus Nordrhein-Westfalen und Bayern.

Poseck betont wiederholt, dass Syrien neben Afghanistan ein zentraler Schwerpunkt der Migrationspolitik bleibe. Abschiebungen bezeichnet er als "notwendiges Druckmittel", um Menschen zur freiwilligen Ausreise zu bewegen. Zwar bevorzugt er freiwillige Rückkehre, doch die Möglichkeit von Zwangsmaßnahmen müsse erhalten bleiben, so der Minister.

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Sicherheitsbehörden prüfen nun den Einsatz von Schiffen statt Flugzeugen für künftige Abschiebungen. Hinter dem Wechsel stehen praktische Erwägungen: Schiffe können deutlich mehr Menschen transportieren, und die syrische Mittelmeerküste bietet eine logistisch machbare Route für Rückführungen.

Die Bundesregierung behandelt Syrien weiterhin als Priorität in ihrer Migrationsstrategie. Mit rund 1.200 Rückführungen seit 2024 setzt die Politik auf eine Mischung aus freiwilliger Ausreise und erzwungenen Abschiebungen. Sollten Schiffe Flugzeuge ersetzen, könnte sich die Logistik der Rückführungen in den kommenden Jahren grundlegend ändern.

Quelle