30 April 2026, 10:17

Deutschland plant schärfere Krypto-Steuern – 2 Milliarden Euro bis 2027

Tortendiagramm, das die Marktkapitalisierung von Kryptowährungen im Jahr 2016 zeigt, mit Abschnitten für Bitcoin, Ethereum, Litecoin und andere Kryptowährungen.

Deutschland plant schärfere Krypto-Steuern – 2 Milliarden Euro bis 2027

Deutschland erwägt weitreichende Änderungen bei der Besteuerung von Kryptowährungen. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil strebt an, durch strengere Regeln und schärfere Kontrollen bis 2027 zusätzliche 2 Milliarden Euro einzunehmen. Kernpunkt der Pläne ist die Abschaffung der aktuellen steuerfreien Haltedauer für Krypto-Investitionen – eine Maßnahme, die den größten Teil der Mehreinnahmen bringen könnte.

Die Vorschläge müssen zunächst im Bundestag und Bundesrat debattiert werden, bevor Reformen in Kraft treten. Ein offizieller Gesetzesentwurf ist nötig, um die Änderungen verbindlich umzusetzen.

Aktuell zahlen deutsche Anleger keine Steuern auf Gewinne aus Kryptowährungen, wenn sie ihre Vermögenswerte mindestens zwölf Monate halten. Bei Verkäufen innerhalb eines Jahres werden die Erträge als Einkommen versteuert, wobei Gewinne unter 1.000 Euro steuerfrei bleiben. Diese Regelungen könnten sich bald ändern, da die Regierung Schlupflöcher schließen will.

Auch eine neue EU-Richtlinie verschärft die Aufsicht: Krypto-Dienstleister müssen künftig Transaktionsdaten, Vermögensbestände und Nutzeridentitäten an die Behörden melden. Dadruch wird es deutlich schwieriger, Gewinne vor dem Fiskus zu verbergen.

Klingbeils Strategie umfasst strengere Prüfungen und härtere Strafen für Steuerhinterzieher. Diskutiert wird unter anderem, Krypto-Gewinne wie andere Wertpapiere zu besteuern – mit einem pauschalen Kapitalertragssteuersatz von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Wie die neuen Maßnahmen konkret durchgesetzt werden sollen, hat das Finanzministerium jedoch noch nicht dargelegt.

Unklar ist bisher, ob die geplanten Regeln auch Bestandsinvestoren betreffen werden. Die Regierung hat noch nicht geklärt, ob die Änderungen rückwirkend gelten oder nur auf künftige Transaktionen angewendet werden sollen.

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Bei einer Umsetzung könnten die Reformen die Staatseinnahmen deutlich erhöhen. Durch den Wegfall von Steuerbefreiungen und verschärfte Meldepflichten will Deutschland mehr Einnahmen aus Krypto-Investitionen erzielen. Das endgültige Ergebnis hängt jedoch von der gesetzgeberischen Zustimmung und den Details des neuen Steuerrahmens ab.

Quelle