31 May 2026, 20:15

Deutsche Wirtschaft zerrissen: Soll die AfD weiter isoliert bleiben?

Wirtschaft streitet über AfD-Bew├Ąltigung

Deutsche Wirtschaft zerrissen: Soll die AfD weiter isoliert bleiben?

In der deutschen Wirtschaftswelt zeichnet sich eine wachsende Spaltung ab, wenn es um den Umgang mit der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) geht. Während einige Vertreter der Industrie für einen Dialog plädieren, bestehen andere auf einer strikten Distanz zur Partei.

Im Mittelpunkt der Debatte steht die Frage, ob der langjährige „cordon sanitaire“ – also die Weigerung, mit extremistischen Parteien zusammenzuarbeiten – aufrechterhalten oder neu bewertet werden sollte. Dirk Jandura, Präsident des Bundesgroßhandel-, Außenhandel-, Dienstleistungs-Verbands (BGA), betont, die AfD müsse sich zunächst klar von Extremismus distanzieren, bevor überhaupt Gespräche möglich seien. Rainer Dulger, Chef der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), teilt diese Haltung und lehnt jede Annäherung an die Partei entschieden ab.

Doch nicht alle Wirtschaftsführer sehen das gleich. Wolfgang Grupp, Geschäftsführer des Bekleidungsherstellers Trigema, argumentiert, der Ausschluss der AfD aus der politischen Debatte widerspreche demokratischen Grundsätzen. Zwar befürworte er eine kontrollierte Migration, doch der „cordon sanitaire“ sei nicht gerechtfertigt. Die Unternehmerin Sarna Rößer pflichtet ihm bei und bezeichnet die Ausgrenzung als Ausdruck von Arroganz der etablierten Parteien.

Caspar Brockhaus, Chef der Brockhaus Gruppe, warnt, die aktuelle politische Blockade schade der deutschen Wirtschaft. Falls die regierende Koalition die Wettbewerbsfähigkeit nicht wiederbelebe, schlägt er vor, neue demokratische Bündnisse zu schmieden. Franz-Olaf Kallerhoff, Präsident des Markenverbands, hingegen warnt, dass eine Zusammenarbeit mit der AfD die soziale Marktwirtschaft gefährden könnte.

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Trotz dieser Forderungen nach Veränderung halten die großen Wirtschaftsverbände weiterhin an ihrer Weigerung fest, mit der rechtspopulistischen Partei in Kontakt zu treten. Der Streit offenbart tiefe Gräben in der deutschen Wirtschaftselite. Einige Führungskräfte fordern ein Ende des „cordon sanitaire“, andere bestehen auf seiner Beibehaltung, um demokratische Werte und wirtschaftliche Stabilität zu schützen. Das Ergebnis dieser Debatte könnte die künftigen politischen und wirtschaftlichen Strategien des Landes prägen.

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