Daimler ruft drei Millionen Diesel-Fahrzeuge in Europa zurück – was steckt dahinter?
Theo KönigDaimler ruft drei Millionen Diesel-Fahrzeuge in Europa zurück – was steckt dahinter?
Daimler hat einen freiwilligen Rückruf von drei Millionen Diesel-Fahrzeugen in ganz Europa angekündigt. Die Maßnahme ist Teil des umfassenderen „Zukunftsplans für Dieselmotoren“ des Konzerns, dessen geschätzte Kosten sich auf rund 220 Millionen Euro belaufen. Unternehmenschef Dieter Zetsche hat sich öffentlich zu den Herausforderungen geäußert und die nächsten Schritte für das Unternehmen skizziert.
Der Rückruf erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Daimler weiterhin wegen der Dieselabgaswerte unter Beobachtung steht. Ermittler prüfen, ob Gespräche zwischen Autoherstellern über Dieselsysteme möglicherweise illegale Preisabsprachen beinhalteten. Bereits 2016 hatte Der Spiegel berichtet, dass Volkswagen in dieser Angelegenheit eine Selbstanzeige bei den Kartellbehörden eingereicht hatte.
Daimler arbeitet im Rahmen eigener interner Untersuchungen mit den Behörden zusammen. Als Beleg für die technischen Fortschritte des Unternehmens in diesem Bereich wird der neue OM-654-Dieselmotor genannt.
Zetsche nutzt LinkedIn, um sich an Mitarbeiter und die Öffentlichkeit zu wenden. Er bedankte sich bei den Beschäftigten für ihren Einsatz und bat sie, von Spekulationen über die Maßnahmen des Unternehmens abzusehen. Gleichzeitig bekräftigte er sein Vertrauen in die Ingenieure von Daimler und ihre Fähigkeit, die Dieseltechnologie weiterzuentwickeln.
Der Rückruf betrifft Millionen von Fahrzeugen und bildet einen zentralen Baustein der Dieselstrategie des Konzerns. Während Daimler weiterhin mit den Aufsichtsbehörden zusammenarbeitet, treibt das Unternehmen gleichzeitig technische Lösungen voran. Die Gesamtkosten des Plans werden voraussichtlich etwa 220 Millionen Euro erreichen.






