CDU wirft Grünen "Schmutzkampagne" vor – Hagels "rehbraunes Augenvideo" spaltet Wahlkampf
Moritz FischerPalmer: "Kann mit der Seele der CDU mitfühlen" - CDU wirft Grünen "Schmutzkampagne" vor – Hagels "rehbraunes Augenvideo" spaltet Wahlkampf
Die CDU in Baden-Württemberg wirft den Grünen vor, eine Schmutzkampagne zu führen, nachdem ein umstrittenes Video ihres Spitzenkandidaten Manuel Hagel kurz vor der Landtagswahl viral ging. Der Clip, den eine Grünen-Abgeordnete verbreitet hatte, zeigt Hagel, wie er 2018 eine Bemerkung über die Augen einer Schülerin macht – und löste damit Vorwürfe wegen Sexismus aus. Die Affäre überschattete die letzten Tage eines eng umkämpften Wahlkampfs.
Das Video, das die CDU als "rebraunes Augenvideo" bezeichnet – ein Wortspiel mit Anspielung auf die Farbe Braun und Hagels Augenkommentar –, tauchte Ende Februar 2026 wieder auf. Zu sehen ist der damals 29-jährige Hagel, wie er einer Schülerin bei einer öffentlichen Veranstaltung sagt, sie habe "rehbraune Augen". Die Aufnahme verbreitete sich rasant im Netz, löste Empörung aus und dominierte die Schlagzeilen, während sich die Wähler auf die Stimmabgabe am 8. März vorbereiteten.
CDU-Generalsekretär Tobias Vogt verurteilte die Taktik der Grünen als eine Kampagne, die "Menschen zerstört", und warf ihnen vor, damit gezielt die Wahl beeinflussen zu wollen. Trotz der Aufregung setzten sich die Grünen knapp durch: Cem Özdemir soll Winfried Kretschmann als Ministerpräsident ablösen. Beide Parteien landeten mit gleicher Sitzzahl im Landtag, sodass nun Koalitionsverhandlungen der einzige Weg zur Regierungsbildung sind.
Der ehemalige Grünen-Politiker Boris Palmer räumte zwar ein, dass die Wut der CDU verständlich sei, wies aber Vorwürfe einer gezielten Diffamierungskampagne zurück. Seiner Ansicht nach hätten einzelne Abgeordnete – nicht die Parteiführung – das Video verbreitet. Palmer fordert die Grünen nun auf, das Vertrauen der CDU zurückzugewinnen, um Instabilität in der neuen Regierung zu vermeiden. Ohne Beweise für eine bewusste Intrige müsse der Fokus nun auf Zusammenarbeit statt auf Konfrontation liegen, betont er.
Hagel selbst warnte, das Video werde in Erinnerung bleiben, doch wie stark es die Koalitionsgespräche belastet, bleibt unklar. Zwar haben die Spannungen die Verhandlungen noch nicht zum Scheitern gebracht, doch die Stimmung bleibt angespannt, während beide Seiten sich auf eine gemeinsame Regierungsarbeit vorbereiten.
Vor den Grünen liegt nun die Herausforderung, mit einer CDU eine Koalition zu schmieden, die von den bitteren letzten Wahlkampfwochen noch gezeichnet ist. Zwar hat die Video-Affäre die Gespräche nicht abgebrochen, doch ihr Nachhall hat die Stimmung für die künftige Regierung belastet. Ob es gelingt, das Vertrauen wiederherzustellen – oder ob der Streit dauerhafte Spuren in der baden-württembergischen Politik hinterlässt, wird sich in den nächsten Schritten zeigen.