Bremer Immobilienfirma zahlt 1,9 Millionen Euro Strafe für illegale Datenverarbeitung von Mietinteressenten
Moritz FischerBremer Immobilienfirma zahlt 1,9 Millionen Euro Strafe für illegale Datenverarbeitung von Mietinteressenten
Bremer Immobilienfirma mit 1,9 Millionen Euro Strafe wegen illegaler Datenverarbeitung belegt
Ein in Bremen ansässiges Immobilienunternehmen wurde mit einer Strafe in Höhe von 1,9 Millionen Euro belegt, weil es unrechtmäßig personenbezogene Daten von Mietinteressenten verarbeitet hat. Die BREBAU GmbH sammelte ohne rechtliche Grundlage sensible Angaben, darunter Informationen über ethnische Herkunft, Gesundheitsdaten und sogar Körpergeruch. Die Strafe folgt einer Untersuchung durch den Landesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit (LfDI).
Das Unternehmen hatte mehr als 9.500 Datensätze von Wohnungsbewerbern angehäuft, wobei über die Hälfte in die besonderen Kategorien personenbezogener Daten nach der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) fiel. Zu den widerrechtlich verarbeiteten Informationen zählten Hautfarbe, religiöse Überzeugungen, sexuelle Orientierung und Gesundheitszustände. Die Ermittler entdeckten zudem irrelevante Details wie Frisuren, persönliches Auftreten und Körpergeruch, die in die Mietprüfungen einflossen.
Zusätzlich erschwerte die BREBAU GmbH Betroffenen den Zugang zu ihren eigenen Daten. Wenn Mieter Auskunft darüber verlangten, wie ihre Informationen genutzt wurden, kam das Unternehmen dieser Pflicht nicht nach. Trotz dieser Verstöße wurde das Bußgeld gemildert, da das Unternehmen während des Verfahrens kooperierte und Maßnahmen ergriff, um künftige Verstöße zu verhindern.
Die Landesbeauftragte für Datenschutz, Dr. Imke Sommer, betonte, dass der Grundsatz der DSGVO in der Prävention liege: „Wenn Daten von vornherein nicht unrechtmäßig erhoben werden, kann es auch keinen Missbrauch geben.“ Die Behörden wiesen darauf hin, dass angesichts der Schwere der Datenschutzverletzungen ein noch höheres Bußgeld hätte verhängt werden können.
Die Strafe von 1,9 Millionen Euro unterstreicht das Ausmaß der Datenschutzmängel bei der BREBAU GmbH. Der Fall zeigt die Risiken auf, die mit der Verarbeitung sensibler personenbezogener Daten ohne rechtliche Grundlage verbunden sind. Das Unternehmen muss nun die volle Einhaltung der DSGVO-Vorgaben sicherstellen, um weitere Sanktionen zu vermeiden.






