Betrüger erbeuten 25.000 Euro von Apotheke mit gefälschter Merck-Rechnung
Moritz FischerBetrüger erbeuten 25.000 Euro von Apotheke mit gefälschter Merck-Rechnung
Eine Welle gefälschter Rechnungen, die sich gezielt gegen Apotheken richtet, hat viele Betriebe um ihr Geld gebracht. Carolin Schleußinger, Inhaberin der Marien-Apotheke in Roding, wurde kürzlich Opfer eines Betrugs, bei dem sie 25.000 Euro überwies. Die Betrüger gaben sich als der Pharmakonzern Merck aus und schickten Rechnungen, die auf den ersten Blick echt wirkten.
Das Problem hat seit 2023 an Fahrt aufgenommen – bis März 2026 meldeten rund 1.200 deutsche Apotheken ähnliche Fälle.
Schleußingers Ärger begann, als sie eine Rechnung erhielt, die scheinbar von Merck stammte. Die E-Mail-Adresse entsprach früheren Korrespondenzen, und die Bankverbindung wies auf ein neues Konto in Spanien hin. Ohne Misstrauen überwies sie die geforderten 25.000 Euro.
Wochen später kontaktierte Merck sie erneut – mit der gleichen Zahlungsaufforderung. Diesmal bemerkte sie, dass die IBAN nicht mit den offiziellen Unterlagen des Unternehmens übereinstimmte. Nach der Erkenntnis, Opfer eines Betrugs geworden zu sein, verweigerte Schleußinger die zweite Zahlung. Sie zog einen Anwalt hinzu und erstattete Anzeige bei der Polizei.
Merck bestätigte inzwischen, dass Cyberkriminelle Apotheken mit gefälschten Rechnungen ins Visier nehmen. Das Unternehmen stuft diese Angriffe als gezielte Attacken auf seine IT-Systeme ein, die Empfänger dazu bringen sollen, Geld zu überweisen. Kritiker werfen Merck jedoch vor, nicht genug getan zu haben, um Kunden zu warnen oder die Situation aufzuklären.
Schleußinger fürchtet nun mögliche Konsequenzen, darunter Lieferstopps von Medikamenten durch Merck wegen der unbezahlten Rechnung. Sie betont, dass ihre Apotheke nicht das eigentliche Ziel gewesen sei – vielmehr sei Merck selbst Opfer des Cyberangriffs geworden.
Laut Berichten von Apothekerverbänden und Merck wurden seit 2023 etwa 1.200 Apotheken in ganz Deutschland von Betrügern mit gefälschten Rechnungen kontaktiert. Das Problem zeigt keine Anzeichen einer Entspannung.
Der Fall Schleußinger unterstreicht die wachsende Bedrohung durch Rechnungsbetrug im Pharmabereich. Mit über tausend betroffenen Apotheken nutzen die Betrüger weiterhin Lücken in der Kommunikation und Überprüfung aus. Merck steht unter Druck, die Transparenz zu erhöhen und den Geschädigten besser zur Seite zu stehen.






