Berliner RAW-Gelände kämpft um sein Überleben – Clubs droht die Schließung
Emma KrausBerliner RAW-Gelände kämpft um sein Überleben – Clubs droht die Schließung
Rettungs-Rave für das Berliner RAW-Gelände: Diesen Samstag wird gegen Schließungen protestiert
Dieses Wochenende findet eine Demonstrations-Party statt, um das Berliner RAW-Gelände zu retten – dort droht mehreren Clubs nun die Schließung. Die Protestaktion wird von SPD, Grünen und der Linken unterstützt. Hinter der Krise steckt ein Streit zwischen den Clubbetreibern und dem Grundstückseigentümer, der Firma Kurth, die Leasingverträge nicht verlängert und Betriebserlaubnisse entzogen hat.
Das familiengeführte Unternehmen Kurth besitzt das RAW-Gelände seit 2015 und plant nun eine Umnutzung. Obwohl die Bezirksversammlung einen Beschluss gegen Wohnungsbau auf dem Areal gefasst hat, will Kurth dort dennoch Wohnungen errichten. Ein Entwurf für eine Lösung sieht vor, dem Unternehmen langfristige, geförderte Bedingungen für Clubs und Kulturstätten anzubieten – doch wie diese umgesetzt werden sollen, bleibt umstritten.
Kurth hat informell ein Ultimatum bis Ende dieses Monats für eine Einigung gesetzt. Die Betreiber von Locations wie Crack Bellmer, Bar zum Schmutzigen Hobby, Lokschuppen und Cassiopeia wehren sich derweil gegen das, was sie als erpresserische Taktiken empfinden. Mit gekündigten Verträgen und entzogenen Genehmigungen bewegen sie sich rechtlich in einer Grauzone.
Der Protest am Wochenende soll auf die Existenzkämpfe der Betroffenen aufmerksam machen. Die Organisatoren hoffen, dass die Veranstaltung die lokalen Behörden und Kurth zu einer fairen Einigung drängt, bevor die Zeit davonläuft.
Die Zukunft des RAW-Geländes steht auf dem Spiel: Ohne Lösung könnten Clubs und Kulturorte für immer schließen müssen. Der Ausgang des Protests könnte entscheiden, ob der Standort seine jahrzehntelange Bedeutung für Berlins Nachtleben und Kulturszene behält.






