27 March 2026, 12:23

Bahn-Sicherheit: Neue Regeln – aber keine Pflicht-Doppelbesatzung in Zügen

Altes Buch mit dem Titel 'Reglamento de Conductor' mit einer Zeichnung eines Zuges auf dem Cover und einem Stempel auf der rechten Seite.

Bahn-Sicherheit: Neue Regeln – aber keine Pflicht-Doppelbesatzung in Zügen

Bundesverkehrsminister unterstützen neue Sicherheitsmaßnahmen für Züge – ablehnend zu Pflicht-Doppelbesatzungen

Die Verkehrsminister der Länder haben neue Sicherheitsvorschriften für den Schienenverkehr befürwortet, lehnen jedoch Forderungen nach einer verpflichtenden Zweier-Besatzung in Zügen ab. Die Entscheidung folgt einem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter im Februar und wachsenden Sorgen um die Sicherheit des Personals. Unterdessen drängen Gewerkschaften weiterhin auf strengere Schutzmaßnahmen für Beschäftigte.

Die Deutsche Bahn hatte kürzlich Körperkameras für Servicekräfte eingeführt und die Vorzeigepflicht von Ausweisdokumenten bei Fahrkartenkontrollen abgeschafft. Diese Änderungen erfolgten nach einer schweren Gewalttat gegen einen Zugbegleiter zu Beginn des Jahres. Die Maßnahmen des Unternehmens wurden von der Verkehrsministerkonferenz begrüßt, die zudem ein bundesweites Verbot von Waffen und Messern im Personenverkehr unterstützte.

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder kündigte an, die neuen Regelungen bis Ende April überprüfen zu wollen. Zudem plant er, die Verbesserung der Bahnhofsüberwachung zu erörtern. Auf Nachfrage zu Finanzierungsfragen verwies Schnieder darauf, dass die Bundesregierung bereits im Rahmen des bewilligten Haushalts handle.

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Die Minister lehnten jedoch die Forderung der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) nach einer generellen Zweier-Besatzung in allen Zügen ab. Stattdessen sprachen sie sich für flexible Personalstärken aus, die sich an regionalen Bedürfnissen orientieren. EVG-Chef Martin Burkert kritisierte die Entscheidung scharf und warnte, dass die Gewalt gegen Frontpersonal ohne wirksamere Schutzvorkehrungen weiter zunehmen könnte.

Gewerkschaften hatten wiederholt gefordert, Zugbegleiter standardmäßig im Zweierteam einzusetzen, um die Sicherheit zu erhöhen. Bisher gibt es jedoch keine konkreten Angaben dazu, wie viele Bundesländer den Vorschlag unterstützen oder ablehnen.

Die Beschlüsse der Minister lassen die Sicherheitsrichtlinien weitgehend unverändert – abgesehen vom Waffenverbot. Die bestehenden Maßnahmen der Deutschen Bahn bleiben vorerst in Kraft, weitere Überprüfungen sind jedoch geplant. Die Gewerkschaften werden voraussichtlich weiterhin auf strengere Personalregelungen drängen, um künftige Angriffe zu verhindern.

Quelle