08 May 2026, 04:18

Asylanträge in Deutschland sinken – doch die Gründe überraschen Experten

Eine Liniengrafik, die die Anzahl der Personen zeigt, denen in den Vereinigten Staaten von 1990 bis 2016 Asyl gewährt wurde, mit begleitendem erklärendem Text.

Asylanträge in Deutschland sinken – doch die Gründe überraschen Experten

Asylanträge in Deutschland gehen stark zurück

Die Zahl der Asylanträge in Deutschland ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken. Besonders ausgeprägt ist dieser Rückgang in Deutschland und Österreich, wo 2024 rund 80 Prozent aller syrischen Flüchtlinge mit EU-Schutzstatus eine neue Heimat fanden. Beide Länder spüren nun die Folgen dieser Entwicklung, da die Zahlen weiter sinken.

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Noch 2024 hatten sich die meisten syrischen Schutzberechtigten in der EU in Deutschland oder Österreich niedergelassen. Doch bis Mitte 2025 hatte sich die Lage gewandelt: Die deutsche Regierung führte an den Binnengrenzen Zurückweisungen ein – gezielt gegen Asylsuchende, die aus Österreich, Polen und der Schweiz einreisten.

Der Migrationsforscher Gerald Knaus übt scharfe Kritik an diesen Maßnahmen. Er argumentiert, die Politik verstoße gegen EU-Recht und werde langfristig nicht wirken. Trotz des Aufwands zeigen die Zurückweisungen kaum Wirkung auf die Gesamtmigration.

Knaus führt den Rückgang der Anträge zudem auf Veränderungen innerhalb Syriens zurück – nicht auf die deutsche Politik. Die Strategie der Zurückweisungen, die 2015 noch allein von der rechtspopulistischen AfD gefordert wurde, ist inzwischen offizielle Regierungslinie. Doch ihr Effekt bleibt begrenzt.

Die Zahl der Asylbewerber in Deutschland sinkt zwar weiter, doch die Zurückweisungspolitik bringt nicht die erhofften Ergebnisse. Angesichts rechtlicher Bedenken und minimaler praktischer Wirkung bleibt die Zukunft dieses Ansatzes ungewiss. Sowohl Deutschland als auch Österreich müssen sich nun mit den Folgen einer sich rasant wandelnden Flüchtlingssituation auseinandersetzen.

Quelle