AfD vor Machtgewinn: 69 Prozent erwarten Ministerpräsidenten aus rechtspopulistischen Reihen bis Herbst
Theo KönigAfD vor Machtgewinn: 69 Prozent erwarten Ministerpräsidenten aus rechtspopulistischen Reihen bis Herbst
Eine neue Umfrage offenbart sich wandelnde politische Einstellungen vor den Herbst-Landeswahlen in Deutschland. Fast sieben von zehn Deutschen erwarten mittlerweile, dass die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) mindestens ein Ministerpräsidentenamt erringen wird. Die im Auftrag der Bild am Sonntag durchgeführte Erhebung zeigt zudem tiefe Gräben auf, wie andere Parteien auf den möglichen Aufstieg der AfD reagieren sollten.
Die zwischen dem 28. und 29. Mai 2026 durchgeführte Befragung unter 1.003 Personen erfasste die politischen Erwartungen der Bürger. Demnach glauben 41 Prozent der Befragten, dass die AfD in einem Bundesland den Ministerpräsidenten stellen wird, während 28 Prozent damit rechnen, dass die Partei in mehreren Ländern Regierungsverantwortung übernimmt. Insgesamt gehen 69 Prozent davon aus, dass die AfD mindestens ein Spitzenamt auf Landesebene erreichen wird.
In der Frage, wie mit dem wachsenden Einfluss der AfD umzugehen ist, herrscht Uneinigkeit. Auf die Möglichkeit eines Parteiverbots angprochen, unterstützten 38 Prozent rechtliche Schritte gegen die AfD, während 47 Prozent sich dagegen aussprachen. Unter CDU-Wählern befürwortet jedoch eine knappe Mehrheit von 51 Prozent ein Verbot.
Die Umfrage lotete auch mögliche Koalitionspräferenzen aus, falls die AfD stärkste Kraft wird, ohne eine absolute Mehrheit zu erreichen. In diesem Szenario sprachen sich 40 Prozent aller Befragten für ein Bündnis aus CDU und Linken aus. Unter CDU-Anhängern bevorzugten 48 Prozent diese Option, während nur 27 Prozent eine Zusammenarbeit mit der AfD gutheißen würden.
Die Haltung zur politischen „Brandmauer“ – also der Weigerung etablierter Parteien, mit der AfD zusammenzuarbeiten – fällt unterschiedlich aus. Während 45 Prozent der Meinung sind, dass diese Strategie der AfD nützt, sehen das 30 Prozent anders. Viele Deutsche erwarten offenbar eine deutliche Verschiebung der Machtverhältnisse nach den Wahlen.
Die Ergebnisse deuten auf eine im Umbruch befindliche politische Landschaft hin, in der die AfD potenziell an regionaler Führungsmacht gewinnt. Die Umfrage unterstreicht sowohl die öffentliche Verunsicherung als auch die strategischen Debatten darüber, wie sich die etablierten Parteien mit der rechtspopulistischen Bewegung auseinandersetzen sollten – oder sie bewusst meiden. Die Ergebnisse dürften die Wahlkampfstrategien prägen, während die Herbstwahlen näher rücken.






