25 April 2026, 04:15

85 Millionen Euro Betrug: Ex-KV-Vorstand wegen Manipulation von Patientenakten verurteilt

Plakat mit Text und Logo, das versteckte Gebühren in Rechnungen anprangert, die Familien monatlich Hunderte Dollar kosten können.

85 Millionen Euro Betrug: Ex-KV-Vorstand wegen Manipulation von Patientenakten verurteilt

Ein ehemaliges Vorstandsmitglied der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin (KV Berlin) ist wegen seiner Rolle in einem Bestechungs- und Betrugsfall zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Im Mittelpunkt des Verfahrens standen manipulierte Patientenakten und die Veruntreuung von rund 85 Millionen Euro aus öffentlichen Gesundheitsmitteln. Zwei Männer – einer von der KV Berlin, der andere von einer gesetzlichen Krankenkasse – wurden schuldig gesprochen, vor über einem Jahrzehnt Daten zu ihren finanziellen Vorteilen verändert zu haben.

Der Betrug begann mit illegalen Absprachen zwischen dem 62-jährigen KV-Vorstandsmitglied und einem 46-jährigen Mitarbeiter der Krankenkasse. Beide sahen in dem Plan eine Möglichkeit, die Finanzen ihrer Organisationen aufzubessern und gleichzeitig ihre eigenen Karrieren voranzutreiben. Das ehemalige Vorstandsmitglied glaubte, die zusätzlichen Mittel würden die finanzielle Lage der KV Berlin verbessern, während der Versicherungsangestellte darin eine Chance für seinen beruflichen Aufstieg sah.

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Zwischen 2015 und den folgenden Jahren änderten sie verschlüsselte medizinische Diagnosen, ohne die behandelnden Ärzte zu konsultieren. Der Krankenkassenmitarbeiter übergab Datenträger mit gefälschten Unterlagen, die das KV-Vorstandsmitglied anschließend absegnete. Durch diese Manipulationen konnten sowohl die Vereinigung als auch die Krankenkasse überhöhte Zahlungen aus dem Gesundheitsfonds einfordern.

Die Staatsanwaltschaft argumentierte, das ehemalige Vorstandsmitglied habe Schmiergelder – darunter die Datenträger – angenommen, um im Gegenzug die betrügerischen Änderungen zu genehmigen. Der Versicherungsangestellte wurde für seine Beteiligung an der Bestechung zu einer Geldstrafe von 15.000 Euro verurteilt. Obwohl das Gericht die Schwere der Vergehen anerkannte, fielen die Strafen milder aus als von der Anklage beantragt.

Die insgesamt zu Unrecht ausgezahlte Summe belief sich auf etwa 85 Millionen Euro. Die Urteile spiegeln das langjährige Ausmaß der Täuschung wider, die über Jahre hinweg unentdeckt blieb.

Mit dem Urteil endet ein Fall systematischer Manipulation von Gesundheitsdaten und Veruntreuung öffentlicher Gelder. Das ehemalige KV-Vorstandsmitglied erhielt eine zehnmonatige Bewährungsstrafe, während der Krankenkassenmitarbeiter mit einer finanziellen Sanktion davonkam. Das Ergebnis bestätigt zwar die Illegalität des Systems, bleibt aber hinter den von der Staatsanwaltschaft geforderten härteren Strafen zurück.

Quelle