15 April 2026, 18:17

500-Milliarden-Sondervermögen: Warum Schulen trotz Rekordschulden verfallen

Gruppe von Menschen mit Masken, die Schilder und Plakate mit Text und Logos vor einem gläserwändigen Gebäude halten, mit Kameras und einem Hund anwesend, wahrscheinlich protestieren sie gegen eine Entscheidung der deutschen Regierung, Masken in Schulen zu verbieten.

500-Milliarden-Sondervermögen: Warum Schulen trotz Rekordschulden verfallen

Ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für öffentliche Investitionen gerät zunehmend in die Kritik, weil es dringende Bedarfe im Bildungsbereich nicht deckt. Der Deutsche Philologenverband (DPhV) übt scharfe Kritik an der Verwendung der Gelder und wirft der Politik vor, dass Schulen trotz der hohen Kreditaufnahme weiterhin massiv unterfinanziert bleiben.

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Laut einer aktuellen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) und des ifo Instituts flossen große Teile der 2025 aufgenommenen Schulden gar nicht in neue Investitionen. Gemäß Artikel 143h des Grundgesetzes hätten die Mittel ausschließlich für zusätzliche Projekte verwendet werden müssen. Doch wie der DPhV anmerkt, kam nur ein Bruchteil davon der Bildungsinfrastruktur zugute.

Die Investitionslücke im Schulbereich ist eklatant: Kommunen stehen vor einem Sanierungsstau von 67,8 Milliarden Euro allein bei Schulgebäuden. Der DigitalPakt 2.0, der bis 2030 rund fünf Milliarden Euro vorsieht, deckt lediglich einen kleinen Teil des tatsächlichen Bedarfs ab – und selbst dieses Programm weist strukturelle Mängel auf.

DPhV-Bundesvorsitzende Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing warnt, dass die jüngere Generation die Schuldenlast tragen werde, ohne spürbare Verbesserungen an ihren Schulen zu erleben. Der Verband hatte zuvor gefordert, mindestens 60 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen direkt in die Sanierung und Modernisierung von Schulen zu stecken. Nun appelliert er an die Bundesländer, die verbleibenden Mittel gemeinsam für die Priorisierung von Bildung einzusetzen.

Die Kritik des DPhV offenbart eine Diskrepanz zwischen Kreditaufnahme und greifbaren Ergebnissen im Bildungssektor. Angesichts weiter wachsender Sanierungsrückstände und der geringen Mittel, die tatsächlich bei den Schulen ankommen, wächst der Druck auf die Politik, die Ausgaben umzusteuern. Der Verband betont: Ohne schnelles Handeln werde die nächste Generation nicht nur Schulden, sondern auch marode Schulgebäude erben.

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